
Kühl und warm
Hefe & Gärung
Ist Victoria Bitter ein Ale oder ein Lager? Es ist ein helles Lager, das heißt, es gärt mit untergäriger Hefe. Diese Hefe arbeitet bei kühlen Temperaturen, meist zwischen 8 und 12 Grad, und setzt sich am Ende am Boden des Tanks ab. Das Ergebnis schmeckt sauber, ohne die fruchtigen Nebennoten eines Ales. Man nennt das auch ein neutrales Hefeprofil, und es lässt Malz und Hopfen deutlich hervortreten.
Das Wort Bitter im Namen führt in die Irre. Ein englisches Bitter ist ein obergäriges Ale. VB dagegen gehört zur Familie der Lager, und der Name verweist nur auf die Hopfenbittere. Ein ausführlicher Vergleich der beiden Gärarten steht auf der Seite Lager und Ale.
Ale-Hefe arbeitet wärmer, meist bei 18 bis 22 Grad, und schwimmt oben auf. Die meisten Craft-Brauer in Melbourne gären ihre Pale Ales und IPAs so, weil die Hefe Fruchtester bildet, die zum Hopfenaroma passen. Mountain Goat nennt eines seiner Biere Steam Ale; der Name erinnert an das amerikanische Steam Beer, bei dem Lagerhefe warm vergoren wird.
Nach der Hauptgärung braucht ein Lager Zeit. Es reift in kalten Tanks, wird danach filtriert und abgefüllt. Konzerne wie CUB führen das in großen Edelstahlanlagen durch, die Craft-Brauer arbeiten kleiner und lassen manche Biere auch unfiltriert, als Hazy, mit sichtbarer Hefetrübung. Die Trübung stammt von Hefe und Hopfenölen, die im Bier bleiben, und gibt dem Getränk einen weichen, saftigen Charakter.