
Gerste und Zuckerrohr
Malz & Getreide
Ein helles Lager wie das XXXX Bitter braucht überwiegend helles Gerstenmalz. Malz entsteht, wenn man Gerste anfeuchtet, bis sie keimt, und sie dann in der Darre, einem Trockenofen, mit Wärme stoppt. Je schonender die Wärme, desto heller bleibt das Malz und desto weicher schmeckt das Bier.
Auf der Südhalbkugel ist alles umgekehrt: Australische Braugerste wird als Wintergetreide im Südherbst gesät und im Frühsommer geerntet, also um den Jahreswechsel. Die Mälzereien verarbeiten sie zu Pale Malt, hellem Malz, aus dem helle Biere entstehen. Es schmeckt nach Getreide und Keks, nicht nach Röstaromen, und genau dieses stille Fundament braucht ein Lager für heiße Tage.
Queensland ist außerdem der Zuckerrohrstaat Australiens, und rund um Bundaberg stehen riesige Felder. Rohrzucker gehört in Australien traditionell zur Brautradition, weil er den Körper des Biers leichter macht. Wie viel davon in einem bestimmten Bier steckt, verraten die Brauer selten, und eine Zahl lässt sich nicht belegen. Die Zuckerrohrfelder prägen das Land trotzdem, bis hin zu Bundaberg und seinen Getränken.
Wichtig ist, dass der Zucker kein Ersatz für Malz ist, sondern ein Zusatz. Er vergärt fast vollständig und hinterlässt keinen Malzkörper, daher schmecken solche Biere trocken und schlank. In einem Land mit Hitze ist das ein Vorteil: Das Bier fühlt sich auch nach dem dritten Schluck nicht schwer an.
Wer dunklere Biere brauen will, braucht Spezialmalze: Karamellmalz macht ein Bier süßer und kupferfarben, Röstmalz bringt Farbe und Kaffeenoten. Solche Malze nutzen vor allem kleinere Brauer wie Felons oder Green Beacon für Ales.