
Weiches Flusswasser
Wasser & Boden
Bierbrauer in Brisbane zapfen dasselbe Leitungswasser an wie alle Einwohner der Stadt. Es kommt aus mehreren Wasserwerken, darunter Mt Crosby für die inneren Stadtteile und North Pine im Norden. Wasserportale messen dafür Härtewerte zwischen etwa 53 und 115 Milligramm je Liter, als Kalziumkarbonat gerechnet.
Die Härte gibt an, wie viele gelöste Kalk- und Magnesiumsalze im Wasser stecken. In Brisbane liegt sie im mittleren Bereich, deutlich unter den Werten von Burton upon Trent mit seinem gipsreichen Wasser. Für ein helles, mildes Lager ist das eine gute Ausgangslage, denn es gibt wenig, was den Geschmack schwer macht.
Ob das Wasser den Stil bestimmt, ist heute ohnehin offen. Nahezu alle Brauereien bereiten ihr Wasser auf, sie enthärten es oder geben gezielt Salze zu. Das gilt in Milton wie in jeder kleinen Brauerei am Story Bridge.
Beim Boden und bei der Lagerung zählt hier vor allem das Klima. Brisbane hat lange, feuchte Sommer, und in einem subtropischen Klima ist ein kühler Gärkeller kein Luxus, sondern Voraussetzung. Naturkeller im Fels, wie man sie aus Franken oder Bayern kennt, gibt es hier nicht.
Stattdessen sorgt Technik für Kälte. Die Tanks werden aktiv gekühlt, und das fertige Bier bleibt bis zum Glas in der Kühlkette. Selbst für den Rest des Weges zählt die Temperatur: Wer Bier in Queensland ausschenkt, rechnet mit Hitze und mit Gästen, die es sehr kalt wollen.