
Saazer, Styrian, Bittere
Hopfen
Wächst in der Provinz Antwerpen Hopfen? Hopfengärten prägen hier nicht die Landschaft. Belgien baut Hopfen in einem eigenen Gebiet im Westen des Landes an, die Brauereien um Antwerpen kaufen ihn zu, von Westmalle bis Duvel Moortgat in Breendonk.
Für belgische Blonde und Tripel greifen Brauer oft zu Sorten, die man auch von Pils kennt: Saazer aus Tschechien oder Styrian Golding aus Slowenien. Beide sind feine Aromahopfen mit würzigem, leicht blumigem Duft, nicht mit der Fruchtwucht amerikanischer Sorten.
Der Hopfen hat in diesen Bieren eine eigene Aufgabe. Er soll die Süße ausgleichen, die aus Malz und Zucker kommt, und die Schwere des Alkohols tragen. Gemessen wird die Bittere in IBU, einer Skala, die die Menge der Bitterstoffe angibt. Ein Tripel liegt nach der Stilnorm bei 20 bis 40 IBU, ein Golden Strong Ale bei 22 bis 35.
Auf der Zunge wirkt das nicht grob. Die Bittere sitzt im Abgang und mischt sich mit der Würze der Hefe. Wer ein Tripel für süß hält, schmeckt meist nur den ersten Moment; am Ende wird es trocken.
Bei einem Dubbel steht der Hopfen noch weiter zurück. Seine Stilnorm nennt 15 bis 25 IBU, hier führen Malz und Hefe. Deshalb wirkt ein Dubbel selten bitter. Wer nach Hopfenbittere sucht, findet sie eher im Tripel, und auch dort bleibt sie ein Gegengewicht, nie der Hauptdarsteller. So bleibt jeder Schluck rund und trocken zugleich.