
Bolleke, Tulpe, Kelch
Verkosten
Wie schmeckt ein belgisches Tripel? Gelb bis golden, mit festem weißem Schaum, Duft nach Birne, Pfeffer und Gewürz, süß am Anfang, trocken am Ende. Westmalle Tripel ist das bekannteste Beispiel, Gouden Carolus Tripel aus Mechelen ein weltliches Gegenstück.
Duvel ist zum Vergleich heller, spritziger und klarer. Beim Einschenken hilft ein Glas mit Tulpenform, die den Schaum hält und den Duft sammelt. Aus der Flasche läuft das Bier zuerst langsam, damit der Hefesatz unten bleibt und das Bier nicht trüb wird. Geschmäcker unterscheiden sich; wer die Hefe mag, kippt den Rest nach.
Das Bolleke trinkt man dagegen aus dem Glas, das ihm den Namen gab. Das kugelrunde, kleine Gefäß wurde 1952 eingeführt; „Bolleke“ kommt aus dem Brabanter Dialekt und heißt „kleine Kugel“. Es zeigt Bernstein, Schaum und Duft, und beim Schwenken kommen malzige Aromen hoch. De Koninck hieß das Bier selbst bis 2019.
Zur Temperatur: Die kräftigen Biere sind eher kühl als eiskalt am besten, etwa im Bereich von acht bis zwölf Grad, weil Aromen sonst verstummen. Je kälter ein Bier, desto weniger schmeckt man von Frucht und Gewürz.
Achel Blond und Achel Bruin sind weitere Biere der Region, die man gezielt verkosten kann, auch wenn sie nicht mehr als Trappistenbier gelten. Die Brauerei beschreibt das Blonde als leichtes, das Bruin als malzigeres Bier; so lässt sich der Unterschied von hell zu dunkel an einem Ort erleben.