
Sand, Ton, Heide
Wasser & Boden
Woher kommt das Brauwasser in der Provinz Antwerpen? Meist aus dem Grundwasser, und das liegt unter sehr verschiedenen Böden. Im Osten dehnt sich die Kempen mit ihren sandigen Böden aus, im Westen und entlang der Schelde herrschen Ton und angeschwemmtes Land.
Sand lässt Regen rasch versickern und filtert ihn dabei. Das Wasser aus der Kempen gilt deshalb als eher weich, das aus den Böden an der Schelde als mineralreicher. Wie hart es an einem bestimmten Brunnen wirklich ist, entscheidet jede Brauerei für sich.
Für die Biere dieser Region zählt das weniger als bei einem Pils. Tripel, Dubbel und Golden Strong leben von Hefe, Malz und Gärführung, und wie fast überall bereiten die Brauer ihr Wasser auf, bevor der Sud beginnt. Den Stil bestimmt das Wasser heute nicht mehr allein. Dass ein Tripel in Westmalle und ein Duvel in Breendonk so verschieden schmecken, liegt an Rezept und Hefe, nicht am Brunnen.
Die Kempen ist flaches Heide-, Wald- und Moorland mit Kanälen und Fichtenforsten. Dort, abseits der Städte, liegen die Klöster. Die Achelse Kluis steht im Grenzgebiet zu den Niederlanden, Westmalle liegt in der Provinz Antwerpen inmitten von Feldern und Wald.
Felsenkeller wie in Franken gibt es hier nicht. Gelagert wird in Tanks und gemauerten Kellern, und weil das Klima nahe der Nordsee mild und feucht ist, kommt es weniger auf die Kellerkühle an als darauf, dass Temperaturen in Gär- und Reiferäumen gezielt geführt werden.