
Pilsner und Münchner
Malz & Getreide
Was macht ein Abteibier dunkel, ein Trappistenbier rund und ein Blondes golden? Zum großen Teil entscheidet das Malz. Gerste wird eingeweicht, zum Keimen gebracht und dann in der Darre, einem beheizten Trockenraum, getrocknet. Je höher und länger die Hitze, desto dunkler und süßer wird das Malz.
Rochefort braut nach den Angaben, die über die Abtei veröffentlicht sind, mit Malzen vom Pilsner und vom Münchner Typ. Das Pilsner Malz ist hell und liefert den größten Teil des vergärbaren Zuckers. Das Münchner Malz ist stärker gedarrt, bringt Farbe und einen Hauch von Brot und Rosinen. Wie viel davon in welchem Bier steckt, verraten die Mönche nicht.
Die Stilnorm für ein belgisches Dark Strong Ale sieht eine Farbe von 24 bis 43 EBC vor, ein Maß für die Bierfarbe, das bei Hellem um 8 liegt. Ein Belgian Blond Ale kommt auf 8 bis 12 EBC, ein Tripel auf 9 bis 14. Rochefort 8 und 10 gehören in die dunkle Gruppe, La Chouffe und Leffe Blonde in die helle.
Dazu kommt bei La Chouffe ein Gewürz: Die Brauerei beschreibt ihr Bier als würzig mit Anklängen an Koriander. Das ist kein Malz, sondern eine Zutat aus der belgischen Brautradition, die hierzulande wegen des Reinheitsgebots meist nicht ins Glas gelangt. Mc Chouffe, die braune Schwester, schmeckt nach Anis, Lakritz und Karamell. Beim Dunkelbier gilt als Faustregel: Je mehr Münchner oder noch dunkleres Malz, desto stärker Brot, Rosine und Karamell.