
Witbier & Universität
Region & Geschichte
Wo kommt Witbier her? Aus einer Gegend östlich von Brüssel, in der man seit dem Mittelalter Weizen, Wasser und Hopfen zur Hand hatte. Die Brauer an der Achse Hoegaarden–Leuven machten daraus ein helles, trübes Weizenbier, das „wit“ (weiß) hieß, weil es durch die Trübung fast milchig wirkte. Rund um Brüssel entstanden zeitgleich die spontan vergorenen Biere, die eine eigene Region der Reise bekommen.
In Hoegaarden verschwand das Witbier im 20. Jahrhundert fast ganz. Nach dem Stand der Überlieferung schloss der Brauer Tomsin 1957 seinen Betrieb, danach gab es im Ort kein Witbier mehr. Der Milchmann Pierre Celis, der selbst in Hoegaarden aufgewachsen war, fing 1965 an zu brauen. Sein erster Sud ist für den 19. März 1966 überliefert. Er nannte das Bier nach seinem Ort und gründete die Brauerei Celis.
Nach einem Brand 1985, den die Brauerei nach Berichten nicht versichert hatte, verkaufte Celis seinen Betrieb an Interbrew, den Vorläufer des heutigen Konzerns AB InBev. Heute gehört die Brauerei Hoegaarden zu diesem Konzern, dessen Hauptsitz in Leuven liegt. Wie jedes Witbier ist der Name kein Herkunftsschutz: „Witbier“ darf überall gebraut werden.
Leuven ist die zweite Säule der Region. Hier steht die Brauerei Den Hoorn, aus der Stella Artois hervorgegangen ist. Nach Eigenangabe geht sie auf das Jahr 1366 zurück, der Brauer Sébastien Artois soll sie 1717 übernommen haben. Seit 1926 trägt ein Weihnachtsbier den Namen Stella. Leuven ist zugleich Universitätsstadt, die KU Leuven wurde 1425 gegründet.
Auch Leffe wird oft mit Leuven verwechselt, kommt aber aus Dinant im Süden und steht in der Region Namur & Ardennen. In Flämisch-Brabant dagegen geht es um das Witbier, den großen Konzern in Leuven und die Forschung, die das Brauen bis heute begleitet.