
Gueuze, Kriek, Faro
Bierstile
Was ist der Unterschied zwischen Lambic, Gueuze und Kriek? Lambic ist das spontan vergorene Grundbier aus dem Fass, meist ohne Kohlensäure und sehr herb. Gueuze ist ein Verschnitt aus jungem und altem Lambic, der auf der Flasche nachgärt und deshalb perlt. Cantillon bietet nach Angaben der Brauerei außerdem Faro an, die gesüßte Variante, die in Brüsseler Cafés früher beliebt war. Kriek ist Lambic, das mit Sauerkirschen angesetzt wurde.
Wie schmeckt Gueuze? Trocken und sauer, ähnlich wie Apfelwein mit Zitronenschale, dazu Heu, Leder und Frucht. Die Säure ist spürbar, aber sie schmeckt nicht nach Essig. Wie viel Alkohol hat Gueuze? Die Stilnorm nennt 5 bis 8 % vol, die meisten Flaschen liegen in der Mitte.
Kriek riecht nach Kirschkern und Marzipan. Das Original ist herb, die Frucht bleibt im Hintergrund. Süßere Kriek-Sorten für den Massenmarkt gibt es auch, sie haben mit dem sauren Fassbier wenig gemein. Die Farbe reicht von Rosa bis Dunkelrot.
Taras Boulba aus der Brasserie de la Senne gehört zu keinem der drei Stile. Es ist ein helles, obergäriges, trockenes Bier mit deutlicher Hopfenbittere und nach Angaben der Brauerei 4,5 % vol, das ohne Säure auskommt. Es zeigt, dass Brüssel auch frisches Handwerk kann.
Der Unterschied zum Nachbarn: Wer das Pajottenland meint, meint Lambic als Landbier. Brüssel ist die Stadt, in der es verschnitten, ausgeschenkt und gefeiert wird.
GueuzeSpontangärung
- Stammwürze
- 10–13,3 °P
- Alkohol
- 5–8 % vol
- Bittere
- 0–10 IBU
- Farbe
- 10–12 EBC
Trocken, sauer, spritzig; Heu, Zitrus und Leder, feiner weißer Schaum.