
Gerste vom Hof
Malz & Getreide
Ein Hof, der Bier machen wollte, brauchte erst einmal Malz. In Silly mälzte Marcelin Mynbrughen seine Gerste selbst: Das Korn wird angefeuchtet, bis es keimt, dann getrocknet und geröstet, und erst dadurch entstehen die Zucker, die später zu Alkohol vergären.
Die Grundlage eines Saison ist heute meist helles Gerstenmalz, das dem Bier eine blasse bis goldene Farbe gibt. Mitunter kommen Weizen oder andere Getreide dazu, die das Bier trockener und etwas frischer machen.
Beim Dubbel der Trappisten sieht es anders aus. Er bekommt dunkleres Malz und dunklen Kandiszucker, der Rosinen- und Karamellaromen mitbringt. Der Zucker vergärt fast vollständig und macht das Bier stärker, ohne es schwerer zu machen.
Das Tripel dagegen setzt auf sehr helles Malz und hellen Zucker. So entsteht ein goldenes Bier mit viel Alkohol, das nicht süß schmeckt, sondern trocken und leicht würzig. Chimay Blanche gilt als ein Beispiel dafür, und die Mönche haben sie nach Angaben der Brauerei als letztes ihrer Biere ins Sortiment genommen, 1966.
Ein Reinheitsgebot wie in Bayern kennt Belgien nicht. Gewürze, Zucker und andere Getreide sind erlaubt, und die Brauer nutzen das, um ihre Biere zu verfeinern. Was sie tatsächlich ins Bier geben, steht meist nur in den Rezepten der Brauerei. Für Leser heißt das: Gewürznoten im Glas müssen nicht aus Gewürzen stammen, denn die Hefe erzeugt viele davon selbst. Vom Hof kam einst auch das Getreide, das übrig blieb, der Treber, den man ans Vieh verfütterte.