
Kelch und Wein
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Wie schmeckt Flanders Red Ale? Beim ersten Schluck erinnert es an einen kühlen, leicht süßen Rotwein mit Säure. Rodenbach Classic gilt als der Einstieg: mild sauer, mit Kirsche und Karamell. Rodenbach Grand Cru geht in die Tiefe, ist trockener, saurer und holzbetonter.
Das Glas darf ein Kelch oder Tulpenglas sein, notfalls ein Weinglas. Es bündelt die Aromen von Frucht, Essig und Eiche und lässt Platz für den rötlichen Schaum, der schnell zusammenfällt. Pint oder Seidel passen weniger zu einem Bier, das man langsam trinkt.
Temperatur: Wer das Bier eiskalt trinkt, schmeckt nur Säure. Etwa 8 bis 10 Grad Celsius, also Kellertemperatur, lassen die Süße und die Fruchtnoten hervortreten. Beim Einschenken hilft ein sanftes Eingießen am schrägen Glas, die Kohlensäure ist gering.
Brugse Zot Blond wirkt daneben fast gegensätzlich. Es riecht nach Banane, Gewürz und Honig, schmeckt rund und ist kräftiger, als seine goldene Farbe vermuten lässt. Auch hier lohnt sich das Tulpenglas, weil sich die Hefenoten besser entfalten.
Vergleichen lohnt sich. Ein Schluck Rodenbach nach dem Brugse Zot zeigt, wie unterschiedlich Westflandern schmeckt: Holz und Säure im einen Glas, Hefe und Gewürz im anderen. Kein Bier ist besser, sie beantworten nur verschiedene Fragen.
Wer Flanders Red zum ersten Mal probiert, sollte mit kleinen Schlucken beginnen. Die Säure wirkt am Anfang stärker, als sie ist, und lässt nach, sobald sich die Zunge daran gewöhnt hat. Danach öffnen sich Frucht, Karamell und Eiche, und das Bier schmeckt plötzlich weicher.