
Dunkel, golden, stark
Bierstile
Das berühmteste Bier des Westhoek ist ein dunkles Starkbier. Westvleteren 12 und St. Bernardus Abt 12 werden oft Quadrupel genannt, doch das ist ein Markenname-Ursprung und keine Stilnorm. Der Wettbewerbsleitfaden BJCP führt solche Biere unter „Belgian Dark Strong Ale“: rotbraun bis schwarzbraun, mit Aromen von Rosine, Feige, Karamell und Gewürz.
Das Tripel ist der goldene Gegenpart. Es ist hellgelb bis golden, trocken und würzig, mit mehr Alkohol, als die Farbe verrät. Die Hefe liefert Pfeffer und Frucht, der Zucker macht es leicht. Wer ein Tripel und ein Dark Strong Ale nebeneinander einschenkt, merkt, dass Farbe und Stärke nicht zusammenhängen müssen.
Dazwischen steht das Blond. Es ist milder, mit sechs bis siebeneinhalb Prozent Alkohol laut Norm, und leichter zu trinken. Westvleteren braut nach eigener Auskunft drei Biere: Blond, 8 und 12. Wer sie nebeneinander probiert, erkennt die Familie sofort.
Der Unterschied zum Nachbarstil ist leicht zu merken. Ein deutsches Weißbier lebt von Banane und Nelke aus Weizen, ein belgisches Tripel von Pfeffer und Frucht aus Gerste und Kandiszucker. Und ein Pils ist kühl, bitter und knapp, während ein belgisches Starkbier warm, rund und lang ist. Auch der Unterschied zwischen Dubbel und Dark Strong Ale liegt vor allem in der Stärke: Das Dubbel bleibt unter acht Prozent, das Dark Strong Ale geht darüber hinaus. Westvleteren 12 und Abt 12 stehen klar auf der starken Seite.
Belgian Dark Strong Aleobergärig
- Stammwürze
- 18,2–25,9 °P
- Alkohol
- 8–12 % vol
- Bittere
- 20–35 IBU
- Farbe
- 24–43 EBC
Rotbraun bis dunkel, Rosine und Feige, warme Würze, langer weicher Abgang.