
Flachland am Meer
Wasser & Boden
Wer vom Kemmelberg nach Norden schaut, sieht, wie flach der Westhoek ist. Nur ein paar sanfte Hügel um Heuvelland und Watou unterbrechen das Land, das nicht weit von der Nordsee liegt. Das Klima ist ein Seeklima: mild, oft feucht und selten sehr heiß.
Für Hopfen und Gerste ist das ein guter Rahmen. Die Pflanzen bekommen genug Regen, und die Sommer bleiben kühl genug, damit die Dolden nicht verbrennen. Das Wasser selbst verändert das Bier hier weit weniger, als man vermutet.
Warum? Starke belgische Biere wie Westvleteren 12 sind so malzig, würzig und alkoholreich, dass das Wasser im Glas kaum durchschmeckt. Außerdem bereiten fast alle Brauereien ihr Wasser heute auf. Sie enthärten es, entsalzen es oder setzen gezielt Mineralien zu. Dass „das Wasser den Stil macht“, ist Geschichte, nicht Gegenwart.
Wichtiger als das Brauwasser ist das Wasser im Wetter. Die feuchte Luft prägt den Hopfenanbau rund um Poperinge und die Art, wie Bier in der Gegend lagert. Westvleteren etwa gärt in der Flasche nach. Solche Flaschen mögen es kühl und dunkel, und der Westhoek mit seinen kleinen Kellern und Dachböden bietet das seit jeher. Auch die Hopfenlager unter den Dächern der Bauernhöfe profitieren von der Kühle, denn getrockneter Hopfen verliert sein Aroma schnell, wenn er warm steht.
Bis heute prägen die Wälder von Sint-Sixtus die Gegend. Sie schirmen die Abtei vom Wind ab, und das Bier reift dahinter in einer Ruhe, die man dem Ort ansieht.