
Catharina Sour
Bierstile
Was ist ein Catharina Sour? Es ist ein leichtes, saures Weizenbier mit frischer Frucht und gilt als der erste Bierstil, der in Brasilien entstanden ist. Seinen Namen trägt es nach dem Bundesstaat Santa Catarina, denn dort wurde es 2015 bei einem Treffen von Profi- und Hobbybrauern festgelegt.
Als Vorbild gilt die Berliner Weisse, die ebenfalls sauer und niedrig im Alkohol ist. Der Unterschied liegt in der Frucht: Beim Catharina Sour ist sie Pflicht, bei der Berliner Weisse kommt sie höchstens als Sirup ins Glas. Die Cervejaria Blumenau, 2015 eröffnet, gilt als Wiege des Stils.
2016 gab es über den Brauerverband Acasc einen Workshop mit mehr als zwanzig Brauereien, die den Stil dann auch professionell herstellten. 2018 nahm der BJCP ihn in seinen Leitfaden auf, als Eintrag X4 unter den Zusatzstilen. Das Bier hat dort 4 bis 5,5 % vol und kaum Bittere.
Der zweite Leitstil ist das helle Lager, das Chopp heißt. Es ist leicht, kalt und süffig, ohne viel Hopfenbittere, und folgt der Linie der internationalen hellen Lagerbiere. Es passt zum heißen Klima und zum Alltag in Brasilien.
Der Unterschied zwischen beiden ist groß: Das Chopp ist ein einfaches Durstbier, das Catharina Sour ein modernes Craft-Bier mit sauberer Säure und klarer Frucht. Beide stehen für ein Land, in dem Bier erfrischen soll, bevor es etwas anderes tut.
Beide Stile sind keine Gesetzesbegriffe, sondern Beschreibungen. Das Catharina Sour entspricht nicht dem deutschen Reinheitsgebot, weil Frucht dazukommt. Die Biere dürfen trotzdem Bier heißen, auch in Deutschland, solange sie im Herstellungsland als Bier verkehrsfähig sind.
Catharina Sourgemischte Gärung
- Stammwürze
- 9,8–11,9 °P
- Alkohol
- 4–5,5 % vol
- Bittere
- 2–8 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Blass bis golden, spürbare Säure, frische Frucht, schlanker Körper, kaum Bittere.