
Gerste aus Übersee
Malz & Getreide
Aus welchem Getreide ist brasilianisches Bier gemacht? Zum größten Teil aus Gerstenmalz, das man aus anderen Ländern einführt. Braugerste braucht ein gemäßigtes Klima mit kühlen Wintern, und das fehlt im Südosten Brasiliens weitgehend. Ein großer Teil des Malzes kommt deshalb aus Südamerika, vor allem aus Argentinien und Uruguay, und aus Europa.
Malz ist Gerste, die man ankeimen lässt, damit sie Stärke in vergärbaren Zucker umwandeln kann, und die man dann in der Darre trocknet. Je heißer die Darre, desto dunkler und röstiger wird das Malz. Für ein helles Lager wie Bohemia Pilsener nimmt man schonend gedarrtes Pilsner Malz, das fast nur Brot- und Getreidearomen mitbringt.
Viele brasilianische Lager ersetzen außerdem einen Teil des Malzes durch Mais oder Reis. Diese Zusätze, im Fachwort Rohfrucht oder Adjunkt genannt, liefern Zucker, aber kaum Geschmack. Das Bier wird dadurch leichter, trockener und klarer. In Deutschland wäre das nach dem Reinheitsgebot nicht erlaubt, in Brasilien ist es üblich.
Bohemia Pilsener hat 5,0 Prozent Alkohol und liegt damit mitten im Bereich eines hellen Lagers. Das Malz gibt dem Bier die goldene Farbe und einen weichen, leicht brotigen Körper.
Anders als in Böhmen oder Franken hat die Gerste hier keine Landsorte mit eigenem Namen. Der Charakter eines Biers aus Petrópolis oder Rio kommt weniger aus dem Korn als aus der Kälte, in der man es zapft. Das Malz kommt fertig gedarrt in die Brauerei, wo man es schrotet und mit warmem Wasser zur Maische anrührt.