
Aus dem Ausland
Hopfen
Wächst in Brasilien Hopfen? Bisher nur in kleinen Versuchsfeldern, die Brauereien verlassen sich auf Importe. Hopfen braucht lange Sommertage und eine Winterruhe, beides bietet das tropische und subtropische Klima kaum. Die großen Anbaugebiete liegen in Mitteleuropa und Nordamerika, und von dort kommt auch der Hopfen für Bier aus Petrópolis.
Hopfen sorgt für zweierlei. Alphasäuren aus den Dolden machen das Bier bitter und halten es frisch, Öle geben Duft nach Gras, Blüten oder Zitrus. Bitterstoffe misst man in IBU, einer Skala für die Bittere. Ein helles Lager nach internationalem Stil liegt meist bei 18 bis 25 IBU, ein deutsches Pils bei 22 bis 40.
Bohemia nennt sich Pilsener und lehnt sich damit an den böhmischen Stil an. Für diesen Stil wird oft Saazer Hopfen genannt, eine Sorte mit feinem, würzig-blumigem Duft. Welche Sorten Bohemia tatsächlich einsetzt, gibt die Brauerei nicht an, deshalb bleibt es bei der Stilbeschreibung.
Auf der Zunge fällt Hopfen bei Biergläsern in Rio kaum auf. Das Chopp-Bier ist auf Durst und Hitze zugeschnitten, es soll nicht lange nachwirken. Die Bittere ist dezent, und wer ein Craft-IPA gewohnt ist, empfindet sie als sehr zurückhaltend. Der Hopfen wirkt hier eher als Gerüst, das dem Malz Halt gibt, als dass er sich in den Vordergrund drängt. Das ist Absicht, denn zu viel Bittere würde die Erfrischung stören.
Der Gegenpol sitzt in den Bars der Stadt. Dort werden inzwischen auch hopfenbetonte Biere aus kleinen Brauereien gezapft, doch sie bleiben im Alltag die Ausnahme.