
Pilsener & Chopp
Bierstile
Was ist ein Chopp? In Rio ist es kein eigener Bierstil, sondern eine Art zu zapfen: ein helles Lagerbier vom Fass, möglichst nahe null Grad kalt und mit einer dichten Schaumkrone, dem colarinho, was wörtlich „Kragen“ heißt. Gemeint ist meist ein Bier der großen Marken wie Brahma, serviert im kleinen Glas. Wer „Chopp“ bestellt, bekommt also Fassbier, wer „cerveja“ sagt, meist die Flasche oder Dose.
Was ist ein Pilsener, wie Bohemia es nennt? Der Name geht auf Pilsen zurück, wo 1842 das erste helle untergärige Bier gebraut wurde. In Brasilien hat „Pilsener“ eine weitere Bedeutung: Gemeint ist ein goldenes Lager, das deutlich leichter und milder ausfällt als ein deutsches Pils oder ein böhmisches.
Der Unterschied liegt in der Bittere und im Körper. Ein deutsches Pils kommt auf 22 bis 40 IBU und schmeckt trocken-herb, ein internationales helles Lager auf 18 bis 25 IBU und schmeckt sanfter. Das Bier aus Rio gehört meist zur ersten Gruppe, die Stilrichter als International Pale Lager führen. Bohemia mit seinen 5,0 Prozent Alkohol liegt zwischen beiden und steht dem deutschen Pils etwas näher.
Das passt zum Klima. Wer in 35 Grad Hitze trinkt, will etwas Schlankes, das nicht klebt und nicht nachbrennt. Auch das Chopp-Ritual ist darauf eingestellt: eisig, mit Schaum, der das Bier vor Wärme und Luft schützt, nicht als Dekoration. Wer seinen Chopp lange stehen lässt, trinkt am Ende ein warmes, flaches Bier, und genau das will in Rio niemand.
Internationales helles Lageruntergärig
- Stammwürze
- 10,5–12,4 °P
- Alkohol
- 4,5–6 % vol
- Bittere
- 18–25 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Strohgelb bis golden, schlank, wenig Hopfen, trockener Abgang.