
Chopp & Colorado
Bierstile
Was ist Chopp? In Brasilien heißt so das Fassbier, im Unterschied zur Flaschen- und Dosenbier, der cerveja. Gemeint ist fast immer ein schlankes, helles Lager nach Pilsner-Art, das sehr kalt gezapft wird. Wie bei allen brasilianischen Massenbieren gehört ein Teil Mais im Rezept dazu.
Diese Bierart gehört im Wettbewerbsleitfaden BJCP zu den international gebrauten hellen Lagern. Sie sind mild im Malz, zurückhaltend im Hopfen und auf Trinkbarkeit gebaut. Das Gegenteil eines Bieres zum Nachdenken, aber genau das ist bei dreißig Grad im Schatten der Sinn.
Daneben steht der Stil, für den Colorado steht: Biere mit einer brasilianischen Zutat. Indica ist ein India Pale Ale mit rapadura. Demoiselle ist nach dem Flugzeug des Brasilianers Alberto Santos-Dumont benannt und nutzt Kaffee aus der Alta Mogiana. Cauim kombiniert Gerstenmalz und mandioca mit deutscher Hefe und tschechischem Hopfen.
Einen eigenen, festgelegten Stil sind diese Biere nicht. Sie sind ein Konzept, das nach Zutat und Idee funktioniert, und man ordnet sie je nach Rezept bei den bekannten Stilen ein. Wer Colorado probiert, vergleicht deshalb nicht mit einem Standard, sondern mit der Frage, wie viel Brasilien im Glas steckt.
Im Unterschied zu Kölsch oder Kentish Ale schützt kein Register diese Namen. Weder Chopp noch Cauim noch Colorado Indica haben einen geschützten Herkunftsnamen, und jeder darf den Begriff Chopp für ein Fassbier verwenden. Die Spannen rechts gelten für das helle Lager als Stilrahmen.
Brasilianisches Chopp-Lager (helles Lager)untergärig
- Stammwürze
- 10,5–12,4 °P
- Alkohol
- 4,5–6 % vol
- Bittere
- 18–25 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Hellgolden, schlank, wenig Hopfen, sehr kalt, dichter Schaumkragen.