
Karpfen, Kren, Keller
Essen & Bierkultur
Drei K machen Höchstadt kulinarisch aus: Karpfen, Kellerbier und Kren, wie man in Franken den Meerrettich nennt. Der Aischgründer Karpfen darf nur im Aischgrund wachsen, und je Hektar Teich sind höchstens 800 Fische zulässig. Das gibt ihm mehr Platz und ein festes, mildes Fleisch.
Wann gibt es Karpfen? In den Monaten mit r, also von September bis April. Die alte Regel stammt aus einer Zeit ohne Kühlung, als man Karpfen im heißen Sommer weder lebend transportieren noch schlachten wollte. Meist kommt er gebacken auf den Tisch, mit knuspriger Haut und Kartoffelsalat.
Ein Kellerbier passt dazu, weil seine milde Malznote die zarte Frische des Fisches nicht erschlägt und die Röstnoten der Panade aufgreift. Daneben sind in den Wirtshäusern Schäuferla und Krenschnitzel in Biersauce verbreitet, und die Schärfe des Krens verträgt sich gut mit dem weichen Bier.
Auf den Kellerbergen hat sich eine eigene Kultur entwickelt. Man sitzt unter Kastanien oder vor dem Felsen, bestellt das Bier am Fass und isst eine Brotzeit, vielerorts darf man sie selbst mitbringen. Der Aischgründer Bier-Express und die Bierstraße zwischen Uehlfeld und Bad Windsheim führen von einer Brauerei zur nächsten.
Gemessen wird in Seidla und Krug, im Biergarten auch in der Maß. Für ein Gespräch am Tisch ist das Seidla das übliche Maß: halber Liter, gemächlich getrunken, ohne Eile.
Zum Karpfen gehören in der Gegend außerdem Beilagen wie Kartoffelsalat und Krautsalat, und wer keinen Fisch mag, findet Braten und Würste. Wer nicht trinkt, bekommt in der Regel ein alkoholfreies Bier oder eine Schorle, auch das gehört zum Abend auf dem Keller.