
Kellerbier und Zwickel
Bierstile
Was ist eigentlich Kellerbier? Kein Stil mit eigenen Zahlen, sondern eine Art, ein Bier zu servieren: ungefiltert, untergärig und frisch aus dem Lagerkeller. Der Wettbewerbsleitfaden BJCP führt es unter den historischen Bieren und verlangt dafür die Werte des jeweiligen Grundstils, ob Helles, Märzen, Pils oder Dunkel.
Wie unterscheidet sich Kellerbier von einem Hellen? In der Rezeptur oft kaum, im Glas deutlich. Das Helle ist blank und perlt, das Kellerbier ist trüb, weicher und hat mehr Hefenote und Brotkruste. Und was ist der Unterschied zum Zwickel? Zwickel ist die Probe, Kellerbier der Verkaufsname, auch wenn beide Wörter heute ineinander fließen.
Im Aischgrund gibt es das Kellerbier in zwei Farben. Das helle ist goldgelb bis bernsteinfarben und mild, das dunkle kastanienbraun mit Karamell und leichter Süße. Rotbier, wie es in Nürnberg bekannt ist, spielt hier keine Rolle, und auch Rauchbier bleibt der Bamberger Nachbarschaft.
Dass die Kellerkultur so eng an eine Marke gebunden wäre, stimmt nicht. Das Brauhaus Höchstadt, die Brauerei Heller mit ihrem Kellerbier 1747 und die kleinen Landbrauereien im Steigerwald schenken alle ein Kellerbier aus, und jedes schmeckt ein wenig anders, je nach Malz, Hefe und Lagerzeit.
Alkohol und Stärke: Ein helles Kellerbier liegt meist bei knapp unter oder um fünf Prozent Alkohol. Dunkle, deutlich stärkere Varianten oder ein Bockbier sind die Ausnahme und müssen nach der Bierverordnung mindestens 16 Prozent Stammwürze haben, also gelösten Zucker aus dem Malz vor der Gärung.
Kellerbier helluntergärig
- Stammwürze
- 11–11,9 °P
- Alkohol
- 4,7–5,4 % vol
- Bittere
- 16–22 IBU
- Farbe
- 6–10 EBC
Werte des Helles als Grundstil, aber unfiltriert, naturtrüb, brotig, wenig Bittere.