
Weizen und Hell
Bierstile
Was ist Weißbier, und wie unterscheidet es sich von Hefeweizen? Gar nicht: In Bayern heißt es Weißbier, anderswo Weizen, und mit Hefeweizen ist die trübe, hefehaltige Form gemeint. Es besteht zu einem großen Teil aus Weizenmalz, ist obergärig und hat laut den Wettbewerbsrichtlinien etwa 4,3 bis 5,6 Prozent Alkohol. Seine Farbe reicht von hellem Gelb bis zu sattem Bernstein, wenn es als dunkles Weizen gebraut wird.
Das Rieser Weizenbier gehört zu den bekanntesten schwäbischen Beispielen. Die Ankerbrauerei in Nördlingen hatte es als Hefeweizen in hell und dunkel, als Kristallweizen und als leichtes Weizen im Sortiment, bevor sie 2016 schloss. Die Marken laufen seither beim Fürst Wallerstein Brauhaus. Einen EU-Schutz hat der Name nicht, er ist schlicht eine regionale Bezeichnung.
Was ist der Unterschied zwischen Weizenbier und Hellem? Beim Weizenbier steht die Hefe im Vordergrund: Es duftet nach Banane, hat einen cremigen Schaum und kaum Bittere. Das Helle ist dagegen ein klares untergäriges Lagerbier aus Gerstenmalz, mild, rund und leicht zu trinken. Beide haben ähnlich viel Alkohol, schmecken aber ganz verschieden.
Eine Sonderstellung hat der Weizenbock. Riegele braut mit dem „Augustus“ nach Angaben von Bierportalen einen obergärigen Weizenbock. Weizenbock ist stärker als normales Weißbier und braucht laut Wettbewerbsrichtlinien mindestens etwa 15,7 Grad Plato Stammwürze. Plato ist die Maßeinheit für den gelösten Zucker in der Würze, aus dem später der Alkohol entsteht.
Was der Augsburger Raum nicht hat, ist ein einzelner Stil wie in Köln oder Bamberg. Das Bier hier lebt von einem Nebeneinander: dem Hellen aus den städtischen Brauhäusern und dem Weizen vom Land. Dazu kommen Saisonbiere wie Bock und Festbier, wie sie in ganz Bayern üblich sind. Gerade diese Mischung macht die Gegend für Neugierige interessant.
Weißbier hell (Hefeweizen)obergärig
- Stammwürze
- 11–13,1 °P
- Alkohol
- 4,3–5,6 % vol
- Bittere
- 8–15 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Trüb, Banane und Nelke, voller Schaum, kaum Bittere.