
Brotzeit und Kirta
Essen & Bierkultur
Was isst man zum Bier im Oberland? Eine Brotzeit: Obatzda, ein Aufstrich aus reifem Camembert, Butter, Paprika und Zwiebeln, dazu Brezn und Radi. Dazu kommen Schweinsbraten mit Knödeln und, am See, Saibling aus dem Tegernsee.
Das Helle passt zu all dem, weil es weder zu bitter noch zu süß ist. Es spült den Fettfilm von Käse und Braten und lässt Brot und Fleisch ihren eigenen Geschmack. Zum Obatzda wirken Weißbier und Helles gleichermaßen gut.
In Aying gehört das Bräustüberl neben der Brauerei dazu, und im Sommer sitzt man unter Kastanien. Am zweiten Oktoberwochenende feiert die Brauerei die Ayinger Bräu-Kirta, ein mehrtägiges Fest mit Festzelt, Blasmusik, Handwerks- und Bauernmarkt und einem Tag der offenen Tür im Sudhaus.
Zu Bad Tölz gehört die Leonhardifahrt am 6. November, eine Wallfahrt mit geschmückten Pferdewagen zur Leonhardikapelle. Das Bier danach kommt im Wirtshaus auf den Tisch, in der Maß oder der Halben, wie es die Wirte seit Jahrhunderten halten.
Wer von Holzkirchen aus Richtung Berge fährt, findet unterwegs Dorfwirtschaften und Almen, in denen die Brotzeit auf Holzbrettern kommt. Oft wirkt der Gastraum nüchtern und das Bier umso besser, denn man sitzt zusammen, lässt die Sonne auf die Hänge scheinen und isst, was der Bauer vom eigenen Hof hat. Gerade so ist das Oberland ein Bierland geblieben. Wer Alkohol trinkt, sollte langsam bleiben und nach der Brotzeit nicht mehr fahren; zum Bier gehört im Oberland immer auch das Wasser auf dem Tisch.