
Zwiebel, Keller, Kerwa
Essen & Bierkultur
Zu Bamberger Rauchbier gehört traditionell eine Bamberger Zwiebel. Das ist eine große Zwiebel, ausgehöhlt und mit Hackfleisch gefüllt, im Ofen geschmort und mit Soße serviert. Weil auch das Fleisch geräuchert sein kann, trifft der Rauch im Essen auf den Rauch im Glas.
Dazu passen Schäuferla und fränkische Bratwurst, denn Rauch und Fleisch kennen sich seit Jahrhunderten. Bamberg war lange auch eine Gärtnerstadt: Die Gärtner bauten Gemüse und Kartoffeln an, darunter das Bamberger Hörnla, eine Kartoffelsorte, die man oft als Salat zu Wurst isst.
Das Wirtshaus ist ein eigener Ort. In der Schlenkerla-Stube sitzen Fremde und Stammgäste an langen Tischen, man rückt zusammen und kommt miteinander ins Gespräch. Draußen auf den Kellern am Berg sitzt man unter Bäumen, und das Bier kommt im Krug an den Tisch.
Das größte Fest ist die Sandkerwa. Sie findet in der Altstadt rund um die Sandstraße Ende August statt, 2026 vom 20. bis 24. August, und war die 76. Ausgabe. Mit dabei sind Fischerstechen, Musik und ein Feuerwerk. Rund 200.000 Besucher kommen pro Jahr.
Üblich sind in Franken ein halber Liter als Seidla oder auch ein Krug. Das Fest und das Bier sollen miteinander verträglich bleiben, daher gilt dasselbe wie überall: Wer trinkt, fährt nicht. Am Stephansberg und auf den anderen Kellerbergen sitzt man bei gutem Wetter bis in den Abend, und die Kerwa kehrt jedes Jahr an dieselben Ecken zurück. Wer die Stadt zu Fuß erkundet, kommt an einer Brauerei nach der anderen vorbei und kann mit einem Seidla und einer Zwiebel ganz ohne Eile den Tag verbringen.