
Rauchbier und Kellerbier
Bierstile
Was ist Rauchbier? Ein untergäriges Bier aus Malz, das über offenem Holzfeuer gedarrt wurde. Es ist dunkelbraun bis mahagonifarben, mit einem cremigen beigen Schaum, und riecht nach Rauch. Beim ersten Schluck denken viele an geräucherten Schinken, beim dritten an Gewöhnung.
Bamberg gilt als die Heimat des Rauchbiers. Die Stilbezeichnung führen Wettbewerbsrichtlinien unter dem Stadtnamen. Gebraut wird es dort in mehreren Häusern. Der bekannteste Name ist das Aecht Schlenkerla Rauchbier, ein Märzen. Es gibt auch Spezial Rauchbier.
Märzen steht in diesem Zusammenhang für ein kräftigeres Lagerbier, das einst im März eingebraut wurde, damit es den Sommer überstand. Das Rauchbier-Märzen aus Bamberg ist also nichts Besonderes im Sinn der Zutaten, es ist einfach ein gewöhnliches Märzen mit geräuchertem Malz.
Das andere Leitbier der Stadt hat keinen Rauch: das Kellerbier. Es ist hell bis bernsteinfarben, naturtrüb und ungefiltert, oft ungespundet, und es schmeckt nach frischem Brot und leichter Malzsüße. Eine genaue Stilnorm mit Zahlen gibt es dafür nicht, es richtet sich nach dem Grundstil, aus dem es gebraut wird.
Den Unterschied zum nahen Schwesterstil macht der Rauch: Ein Märzen schmeckt nach Brot und Karamell, ein Rauchbier-Märzen nach Brot, Karamell und Feuer. Wer das Bamberger Rauchbier mit Rauchbieren anderswo vergleicht, findet es oft milder als erwartet. Die Stilnorm lässt viel Spielraum, deshalb schmeckt ein Rauchbier aus der Brauerei Spezial anders als eines aus der Dominikanerstraße, obwohl beide denselben Namen tragen. Wer vergleicht, lernt die Handschrift der Häuser kennen.
Rauchbieruntergärig
- Stammwürze
- 12,4–14 °P
- Alkohol
- 4,8–6 % vol
- Bittere
- 20–30 IBU
- Farbe
- 24–43 EBC
Mahagonibraun, Rauch und Schinken in der Nase, Malz dahinter, trockener Abgang.