
Helles Pilsner Malz
Malz & Getreide
Pils braucht helles Malz, und das heißt in Dresden wie in Pilsen Pilsner Malz. Malz ist angekeimte Gerste, die man in der Darre trocknet. Beim hellen Malz trocknet sie bei so niedriger Hitze, dass die Körner kaum Farbe annehmen.
Radeberger Pilsner stammt nach Angaben der Brauerei aus einer Zeit, in der Malz und Hopfen aus Böhmen kamen. Die Gründer wollten das Bier aus Pilsen nachbauen, und dazu gehörte der Rohstoff aus der Heimat des Vorbilds. Woher Malz und Gerste der einzelnen Brauereien heute stammen, geben die Betriebe unterschiedlich an, und wir legen uns nicht fest.
Sicher ist, was ins Glas gehört. Ein untergäriges Bier nach dem deutschen Recht besteht aus Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser. Weizen oder Roggen, wie sie bei den Bieren des Westens vorkommen, gehören beim sächsischen Pils nicht dazu.
Was das Malz im Glas macht, ist schnell erklärt: Es liefert den Zucker für die Gärung und damit den Alkohol. Es gibt dem Bier außerdem Körper, den leichten Brotgeschmack und die Farbe. Beim Pils bleibt sie ein klares Goldgelb, weil kein dunkles Malz im Spiel ist.
Wer in Freiberg oder in Dresdner Brauhäusern ein helles, herbes Pils bestellt, trinkt also in erster Linie Gerste und Hopfen, fein abgestimmt. Der Rest ist Geduld im Gärkeller.
Zu diesem Bild gehört auch ein Unterschied zu dunklen Bieren. Ein Münchner Dunkel etwa lebt von stark gedarrtem Malz und schmeckt nach Brot und Karamell, ein Pils verzichtet darauf und überlässt die Bühne dem Hopfen.