
Granit, Karlswald
Wasser & Boden
Woher kommt das Wasser für Radeberger Pilsner? Nach Angaben der Brauerei aus dem Karlswald bei Radeberg, und das schon immer. Der Wald liegt in der Westlausitz, wo der Boden von Granit und verwandtem Gestein geprägt ist.
Kristallines Gestein gibt dem Wasser kaum Mineralien mit. Meist ist es deshalb weich, und das liegt dem Pils: Weiches Wasser lässt die Hopfenbittere sauber und klar wirken, statt sie rau zu machen. Konkrete Härtewerte für Radeberg haben wir nicht belegt und nennen daher keine.
Das Elbtal selbst liegt geologisch anders. Zwischen Pirna und Meißen weitet sich der Fluss zu einem breiten Kessel, im Süden ragen die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz auf. Für die Stadtbrauereien war der Hang über dem Fluss vor allem als Keller wichtig, denn im Fels bleibt es das ganze Jahr kühl.
Dass es diesen Keller früher brauchte, verrät schon der Name des Radeberger Ursprungs, Zum Bergkeller. Untergäriges Bier verlangt Kälte, und vor der Kühlmaschine fand man sie unter der Erde, wo auch im Sommer wenig Wärme hinkam.
Heute bereiten nahezu alle Brauereien ihr Wasser auf, enthärten es oder ergänzen Salze. Das Wasser aus dem Granitland erklärt deshalb den Ruf der Region, entscheidet aber nicht mehr allein über den Geschmack eines Biers aus dem Kessel von heute.
Spannend bleibt der Gedanke trotzdem: Wer in Radeberg ein Pils trinkt, schmeckt eine Tradition, die mit Wald, Stein und Kälte begann. Die Brauerei selbst betont, dass ihr Pilsner bis heute ausschließlich in Radeberg gebraut wird.