
Herb bis bitter
Hopfen
In Düsseldorf wächst kein Hopfen, und trotzdem schmeckt man ihn im Alt stärker als in fast jedem anderen Bier der Region. Er kommt aus den deutschen Anbaugebieten, deren Fläche 2025 bei rund 18.962 Hektar lag, die größte davon ist die Hallertau in Bayern. Welche Sorten die einzelnen Brauereien nehmen, geben sie meist nicht preis.
Typisch sind traditionelle deutsche Aromasorten, die weniger nach Frucht als nach Kräutern, Heu und Blüten duften. Hopfen liefert zwei Dinge: Bittere durch die Alphasäuren, die früh im Sud freigesetzt werden, und Duft durch ätherische Öle, die man eher spät zugibt. Beim Alt steht die Bittere im Vordergrund.
Gemessen wird sie in IBU, einer Einheit für die Bitterstoffe im Bier. Die Stilnorm gibt für Altbier 25 bis 50 IBU an, ein Pils liegt oft bei 22 bis 40. Das klingt ähnlich, doch beim Alt trifft die Bittere auf kräftiges Malz und wirkt dadurch runder, fast wie dunkles Brot mit einer herben Rinde.
Am stärksten gehopft sind die Spezialbiere. Beim Sticke, den das Uerige ausschenkt, nennt die Fachliteratur Werte bis etwa 60 IBU, deutlich mehr als beim normalen Alt. Das Uerige gilt in der Stadt seit jeher als das bitterste Haus, ein Ruf, der bis auf Wilhelm Cürten zurückgeht. Wer zum ersten Mal ein Alt trinkt, sollte ihm Zeit geben: Die Bittere wirkt zunächst schroff, doch nach dem zweiten Schluck gewöhnt sich der Gaumen daran, und dann kommen Brotkruste und Nuss durch, die das Malz mitbringt.