
Alt, Sticke, Latzen
Bierstile
Das Altbier ist der Leitstil der Stadt, und im Glas sieht man ihn sofort: kupfern bis bernsteinfarben, mit cremigem, hellbraunem Schaum. Der Geschmack beginnt mit Brotkruste und Nuss, dann folgt eine trockene, feste Bittere, die lange nachklingt. Die Kohlensäure ist eher zurückhaltend, das Bier trinkt sich sanft.
Der Unterschied zwischen Kölsch und Alt ist leicht zu schmecken. Kölsch ist strohgelb, mild und fruchtig, Alt dunkler, herber und malziger. Beide gären obergärig und reifen kalt, aber beim Kölsch bleibt die Farbe hell und das Bier wird blank gefiltert, während Alt nicht immer so streng geklärt wird. Auch das Glas ist ein anderes, wie im nächsten Abschnitt zu sehen ist.
Daneben gibt es zwei Spezialitäten, die nur selten fließen. Der Sticke aus dem Uerige ist kräftiger, bitterer und wird nach Angaben des Hauses zweimal im Jahr ausgeschenkt. Das Latzenbier von Schumacher hat rund 5,5 Prozent Alkohol, mehr Malz und eine dunklere Farbe. Der Name soll sich auf die hohen Holzlatten beziehen, auf denen die seltenen Fässer früher lagerten.
Als Alt im Wortsinn gilt keine der beiden Spezialitäten, doch sie zeigen, wie weit sich der Stil dehnen lässt. Zwischen Alt, Sticke und Latzen liegen Stammwürze und Bittere dicht beieinander, aber jedes Bier hat seine eigene Kurve. Wer sich ein Bild machen will, vergleicht zuerst das einfache Alt und trinkt danach das Spezialbier, so wird der Unterschied in Körper und Bittere sofort greifbar.
Altbierobergärig
- Stammwürze
- 11–12,9 °P
- Alkohol
- 4,3–5,5 % vol
- Bittere
- 25–50 IBU
- Farbe
- 18–33 EBC
Kupferfarben, Brotkruste und Nuss, trocken, deutlich herb im Abgang.