
Fachwerk und Wurst
Essen & Bierkultur
Warum heißt es Bockwurst? Der Name geht auf das Bockbier zurück: Die Wurst galt als passende Beilage zu einem Glas Bock. Nach verbreiteter Darstellung wurde sie im späten 19. Jahrhundert so benannt, genauere Angaben ließen sich hier nicht prüfen. Zwischen Einbeck und Göttingen steht sie auf manchem Imbiss und Tresen, mit Senf und einem Brötchen.
Zu einem malzigen Bier passen Speisen, die selbst Röstaromen haben. Ein Schweinebraten mit Kruste, geschmorter Rotkohl, Klöße und dunkle Soße harmonieren mit dem Toastaroma des dunklen Bocks. Die Süße im Bier gleicht dabei die Würze und das Fett der Sauce aus.
Einbeck ist ein Ort der Fachwerkhäuser und Gewölbekeller. Gaststuben und Ratskeller gehören zur Stadt, und in der Altstadt kann man in Räumen sitzen, in denen vermutlich schon vor Jahrhunderten Bier ausgeschenkt wurde. Das Brauhaus selbst bietet Führungen an, und der Ur-Bock-Keller ist als Ort der Braukultur zugänglich.
Im Frühjahr dreht sich vieles um den Maibock. Helle, kräftige Biere werden dann zu Spargel, Schinken oder Hausmannskost serviert, zu allem, was zu Frühlingsgemüse und Fleisch passt. Zum Anzapfen der ersten Fässer gehören bei vielen Wirten kleine Rituale.
Die üblichen Maße im Wirtshaus sind kleiner als beim Pils. Bock kommt in 0,3 oder 0,33 Litern, manchmal auch in 0,5 Litern, und das hat mit der Stärke zu tun. Wer Bier trinkt, sollte es mit Genuss tun und nicht mit Eile.