
Bräuhaus, dann Weltmarkt
Region & Geschichte
Was ist die Erdinger Weißbräu, und warum gilt ausgerechnet eine Brauerei in einer Kreisstadt nordöstlich von München als eine der größten Weißbierbrauereien der Welt? Die Antwort beginnt 1886 mit dem „Weisse Bräuhaus zu Erding“, einem Betrieb an der Langen Zeile, der Weißbier für die Umgebung braute.
1935 kaufte der langjährige Geschäftsführer Franz Brombach die Brauerei. Der Ausstoß lag damals bei rund 3.500 Hektolitern im Jahr, das sind 350.000 Liter, ein Hektoliter hat hundert. Sein Sohn Werner Brombach stieg 1965 ein, da waren es schon 40.000 Hektoliter.
Dann ging es schnell. Um 1978 hatte die Brauerei etwa 225.000 Hektoliter erreicht, 1990 überschritt sie erstmals die Marke von einer Million. Heute sind es nach Angaben des Unternehmens rund 1,5 Millionen Hektoliter, die in mehr als 100 Länder gehen. Rechnerisch füllt das gut 300 Millionen Halbliterflaschen.
Neben dem Familienbetrieb Brombach gibt es in der Stadt Fischer's Stiftungsbrauerei Erding. Sie bewirtet im Herbst das zweite große Festzelt, davon später mehr. Wie viele Brauereien im Landkreis genau arbeiten, ist hier nicht belegt, deshalb steht keine Zahl im Text.
Einen Herkunftsschutz gibt es für Weißbier nicht. Im EU-Register steht für Bier kein einziges Weißbier, und Weißbier, Weizenbier und Hefeweizen meinen dasselbe. Der Ruf Erdings kommt also aus Größe und Marke. Gesetzlich gilt in Bayern bei obergärigem Bier, anders als im Rest Deutschlands, ein Zuckerverbot.
Spannend bleibt der Gegensatz zwischen dem Großbetrieb und der kleinen Wirtshausbrauerei. Der eine liefert gleichbleibende Qualität in alle Welt, die andere einen Sud, der nach dem Wetter und dem Brauer schmeckt.