
Sanfte Bittere
Hopfen
Wie bitter ist Weißbier? Wenig. Die Bittere wird in IBU gemessen, einer Skala für die Bitterstoffe im Bier, und liegt beim hellen Weißbier nach BJCP-Leitfaden zwischen 8 und 15. Ein deutsches Pils bringt es auf 22 bis 40, es schmeckt also deutlich herber.
Der Hopfen der Erdinger Weißbräu kommt nach ihren Angaben aus der Hallertau. Das Anbaugebiet liegt in Reichweite der Stadt, Anbau in Erding selbst gibt es hier nicht. Welche Sorten genau verwendet werden, nennt die Brauerei nur als „feine Aromahopfen“.
Aromahopfen gibt dem Bier Duft, Bitterhopfen vor allem Bitterkeit. Weißbier braucht beides in kleinen Mengen, denn der Hauptdarsteller ist die Hefe. Zu viel Hopfen würde die Banane und die Nelke übertönen, die man im Glas sucht.
Damit ist der Gegensatz zu den anderen bayerischen Bierlandschaften klar. Wo ein Pils mit Hopfen wirbt, wirbt ein Erdinger Weißbier mit Frucht, Gewürz und einem weichen Mund.
Hopfen ist außerdem ein Konservierer. Er hemmt manche Keime im Bier, weshalb alte Brauer ihn schätzten. Für Weißbier ist diese Rolle klein, weil die Hefe das Bier ohnehin schützt und weil es soll jung getrunken werden.
Wer die Bittere einmal selbst prüfen will, trinkt ein Pils und ein helles Weißbier direkt nacheinander. Das Pils bleibt am Gaumen stehen, das Weißbier gleitet weich weiter. Genau diesen Unterschied zeigt die IBU-Skala in Zahlen, auch bei der Urweiße aus Erding, die kaum Bittere zeigt.