
Neunerlei & Mettenschicht
Essen & Bierkultur
Was isst man im Erzgebirge zum Bier? Die Küche ist deftig, wie es zu einem Land mit langen Wintern passt. Kartoffeln, Klöße, Rotkohl und Rauchwurst stehen im Mittelpunkt. Dazu passt ein Pils, dessen Bittere das Fett schneidet.
Zum Weihnachtsfest kommt das Neunerlei auf den Tisch, ein Festessen aus neun Speisen am Heiligen Abend. Bratwurst mit Sauerkraut, Klöße und Linsen gehören nach der Überlieferung dazu. Jede Familie hält ihre eigene Reihenfolge ein.
Aus der Zeit des Bergbaus stammt die Mettenschicht. Am Heiligabend fuhren die Bergleute früher zur letzten Schicht des Jahres ein und sangen Lieder unter Tage. Heute erinnern Bergparaden, Schwibbögen und Lichterbögen in den Fenstern an diese Tradition.
Wer süß mag, kennt Quarkkäulchen, kleine gebratene Küchlein aus Quark und Kartoffeln. Sie passen eher zum Kaffee, aber ein mildes Helles verträgt sich ebenfalls mit ihnen. Im Advent bringen viele Brauereien Saisonbiere heraus, die oft etwas kräftiger sind als das Pils im Alltag.
Die Erzgebirger lieben ihre Handwerkskunst mit Licht und Holz, und auf den Weihnachtsmärkten gehören Räuchermännchen und Nussknacker genauso dazu wie die Rostbratwurst vom Grill. Ein kühles Pils dazu ist für viele Besucher der Standard.
Im Vogtland wie im Erzgebirge ist das Wirtshaus Treffpunkt für Familien und Vereine. Man bestellt meist das 0,3- oder das 0,5-Liter-Glas. Im Erzgebirge liegt auch die Bierfabrik Erzgebirge in Pockau-Lengefeld, die seit 2016 braut, ein Beleg dafür, dass hier neue Brauer entstehen.