
Weißwurst am Vormittag
Essen & Bierkultur
Was isst man zu Weißbier? Das klassische Gericht ist die Weißwurst mit süßem Senf und einer Brezn, traditionell vor dem Mittagläuten verspeist. Die Wurst ist zart und mild, das Weißbier bringt Frische und fruchtige Würze, und die Kohlensäure trägt das Fett weg.
Dazu passen Obazda, ein Brotaufstrich aus reifem Camembert und Butter, mit Zwiebeln und Paprika, und frische Radi, die Rettiche, die man in Spiralen schneidet und salzt. Leberkäs mit Senf und Schweinsbraten mit Knödel und Soße machen den Zusammenhang klar: Weißbier harmoniert mit mildem, salzigem Fleisch.
Auf dem Weihenstephaner Berg gibt es die Bräustüberl-Kultur. Man sitzt an langen Holztischen, bekommt Brotzeit und Bier, und rundherum arbeiten Studierende, Brauer und Forscher. Die Wirtshäuser der Altstadt am Domberg bieten dasselbe in anderer Größe.
Die Trinkgrößen sind klar: Weißbier kommt in der Regel im halben Liter, die Maß mit einem Liter gehört eher zum Festbier. Das Wort Frühschoppen meint genau diesen Brauch, am Vormittag ein Weißbier und eine Wurst.
Bier ist Genussmittel mit Alkohol und gehört zu Speisen, nicht zum Rausch. Für Gäste, die nach Freising kommen, ist der Weg auf den Berg Teil des Erlebnisses: oben der Biergarten unter Kastanien, unten die Altstadt mit ihren Gassen, dazwischen ein Spaziergang durch Wiesen und Gärten der Universität. Wer nach Freising fährt, hat mehr davon, wenn er sich eine Führung auf dem Berg ansieht und dort den Weg vom Getreide ins Glas erklärt bekommt.