
Schräg ins Glas
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Wie schmeckt ein Hefeweizen aus Freising? Weich, frisch, mit Banane, Nelke und einem Hauch Brotkruste, dazu eine feine Hefenote. Bitter ist es kaum, Kohlensäure und Schaum tragen den Geschmack. Wer sonst Pils trinkt, merkt gleich den Abstand. Bei einem dunklen Weißbier kommt Röstmalz dazu, bei einem Weizenbock Trockenfrucht und eine spürbare Wärme. Wie stark ein Bier tatsächlich ist, steht auf dem Etikett, die Werte der Stilnorm sind nur Anhaltspunkte.
Drei Beispiele zum Vergleichen: das Hefeweißbier der Staatsbrauerei Weihenstephan als Klassiker des hellen Weißbiers, der Weizenbock Vitus derselben Brauerei als kräftige Ausgabe und das Kellerbier 1160 des Hofbrauhauses Freising als untergäriges Gegenstück, naturtrüb und ohne Filter, nach Angaben der Brauerei zum 850-jährigen Jubiläum gebraut.
Das Weißbierglas ist hoch, schlank und unten schmal, oben weit. Diese Form lässt dem Schaum Platz und bündelt den Duft. Typisch sind 0,5 Liter, und das Glas wird vor dem Einschenken kalt ausgespült, damit der Schaum nicht zu stark aufschäumt.
Beim Einschenken wird das Glas schräg gehalten und das Bier langsam am Rand entlang laufen gelassen. Gegen Ende richtet man das Glas auf. Der Rest der Flasche mit der Hefe wird geschwenkt, bevor er ins Glas kommt, so landet die Hefe im Bier und nicht am Boden.
Die Temperatur liegt bei etwa 6 bis 8 Grad, wärmer als bei einem Pils, damit die Fruchtaromen zur Geltung kommen. Zu kalt trinkt man nur Kohlensäure. Das Bier sollte sich im Glas erwärmen dürfen, dann zeigt es mehr von dem, was die Hefe aus dem Weizen gemacht hat.