
Kloster & Weißbierregal
Region & Geschichte
Wo die Donau bei Kelheim zwischen senkrechten Jurafelsen hindurchmuss, liegt das Kloster Weltenburg, und seine Brauerei beruft sich auf das Jahr 1050. Das Kloster selbst geht der Überlieferung nach auf die irisch-schottischen Wandermönche Eustachius und Agilius zurück, die um 600 aus Luxeuil gekommen sein sollen.
Ob in Weltenburg seit 1050 ohne Pause gebraut wird, ist eine Eigenangabe der Brauerei, die sich deshalb als älteste Klosterbrauerei der Welt bezeichnet. Die Klosterbrauerei Weltenburg gehört zur Benediktinerabtei und ist seit 1973 mit der Brauerei Bischofshof in Regensburg verbunden. Weil Bischofshof Ende 2026 aufhört zu brauen, gehen die Marken Weltenburger und Bischofshof zum 1. Januar 2027 an Schneider Weisse in Kelheim; im Kloster selbst wird weiter gebraut.
Die zweite Geschichte spielt in der Kelheimer Altstadt. Weizenbier passte nie zum Reinheitsgebot von 1516, das nur Gerste kannte, deshalb durften es nur Privilegierte brauen: ab 1548 die Degenberger, und nachdem dieses Geschlecht 1602 ausgestorben war, Herzog Maximilian I., der das Weißbierregal, also das alleinige Recht, an sich zog.
Maximilian machte aus dem Recht ein Staatsgeschäft. Nach Angaben der Brauerei Schneider ließ er 1607 in Kelheim das erste seiner neuen Weißen Bräuhäuser außerhalb der Hauptstadt eröffnen. Das Gebäude steht noch.
1872 übernahm Georg Schneider mit seinem Sohn das Weiße Brauhaus in München, 1927 kam Kelheim dazu. Als 1944 die Münchner Brauerei zerstört wurde, zog die gesamte Produktion nach Kelheim, und die Familie Schneider braut dort bis heute.
Ein eigenes Kelheimer Herkunftssiegel gibt es nicht. Das g.g.A. Bayerisches Bier von 2001 gilt für den ganzen Freistaat und damit auch hier, Münchener Bier dagegen ist ein anderer Schutzname und passt auf diese Biere nicht.