
Gerste und Röstmalz
Malz & Getreide
Welches Malz steckt im Lübzer Pils? Im Kern dasselbe wie in jedem hellen Pils, nämlich Pilsner Malz aus Gerste. Dafür wird gekeimte Gerste schonend gedarrt, also mit warmer Luft getrocknet, und bleibt dadurch hell. Das gibt der Würze ihre Farbe von Stroh bis Gold und einen Geschmack nach Brotkruste und Honig.
Gerste wächst im Norden auf den lehmigen Böden gut. Wintergerste wird im Herbst gesät, Sommergerste im Frühjahr, und für Braumalz zählt vor allem ein niedriger Eiweißgehalt. Welche Betriebe die Brauereien der Region beliefern, haben wir nicht belegt, deshalb bleiben Namen von Mälzereien hier weg.
Das Pilsner Malz bildet die Grundlage, den Rest erledigen die Mengen. Ein Pils kommt mit einer Malzsorte aus, dunkle Biere brauchen mehr. Beim Schwarzbier, wie es die Störtebeker Braumanufaktur braut, kommen stark geröstete Malze dazu. Sie machen es fast schwarz, bringen aber Röstaromen wie Kakao und Brot, keine Bittere von verbranntem Korn.
Röstmalz entsteht, indem man Gerstenmalz bei hoher Hitze trommelt, bis es dunkel wird. Je länger und heißer, desto dunkler Farbe und Aroma. Schwarzbier gehört dem Stil nach nach Thüringen und Sachsen, im Norden hat es durch Störtebeker einen festen Platz bekommen. Das erkennt man schon daran, dass es in Stralsund neben dem Pils im Regal steht.
Weizen, Roggen oder Mais stecken in den Leitbieren der Küste kaum. Wer sie sucht, findet sie eher in Spezialbieren der kleinen Brauereien. Für Pils und Schwarzbier reicht Gerstenmalz, und sauber gemälzte Gerste ist wichtiger als jede Zutatenvielfalt.