
Flaches Land
Wasser & Boden
Flach liegt der Niederrhein am Fluss. Rhein und Maas haben über Jahrtausende Sand und Kies abgelagert, dazwischen schlängeln sich kleinere Wasserläufe wie die Niers, und Kopfweiden stehen am Rand der Felder. Das ist das Gegenteil von Franken: kein Fels, keine Höhle, kein Berg, in den man einen Lagerkeller treiben könnte.
Das Brauwasser stammt deshalb aus dem Grundwasser der Ebene, durch Sand und Kies gefiltert. Ob eine Brauerei aus dem eigenen Brunnen oder aus dem Netz schöpft, ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Genaue Härtewerte einzelner Brauereien sind nicht belegt, deshalb steht hier keine Zahl.
Was macht Wasser mit dem Bier? Sehr weiches, mineralarmes Wasser lässt helle Biere wie das Pils sauber und hopfig wirken. Karbonatreiches Wasser, also Wasser mit viel gelöstem Kalk, bringt dagegen dunkle Malze besser zur Geltung und passt damit zu Bieren in Kupfer und Braun. Heute bereiten nahezu alle Brauereien ihr Wasser auf, und der Stil steht eher im Rezept als im Brunnen.
Das Klima ist mild und feucht, der Atlantik ist nah. Strenge Winter mit wochenlangem Frost sind nicht die Regel. Für das Altbier heißt das: Die kühle Reifung, bei der sich die Hefe setzt und das Bier ruhiger wird, findet in gekühlten Tanks und Kellern statt und nicht in einer Felsenhöhle.
Korschenbroich und Issum, die beiden großen Namen der Region, liegen auf dem platten Land und nicht in einer Altstadt. Platz für Sudhaus, Lager und Lkw-Hof war dort immer vorhanden. Das unterscheidet sie von den engen Hausbrauereien Düsseldorfs, deren Gärkeller unter der Gaststube liegen.