
Rotbier und Verwandte
Bierstile
Was ist Rotbier? Das Nürnberger Rotbier ist ein rötliches, untergäriges Bier mit deutlicher Malznote. Anders als Pils oder Kölsch hat es keine Stilnorm. Der Wettbewerbsleitfaden BJCP führt es nicht als eigenen Stil, und eine verbindliche Rezeptur gibt es auch nicht.
Deshalb zeigt der Steckbrief hier die Werte eines Vergleichsstils: Wiener Lager, ebenfalls ein untergäriges Bier in Bernstein bis Kupfer. Das ist ein Anhaltspunkt für die Größenordnung und keine Rezeptur. Das Etikett des einzelnen Bieres gibt die tatsächlichen Werte an.
Wie viel Alkohol hat Rotbier? Auch dafür gibt es keine Norm, und deshalb auch keine Zahl, die für alle gelten kann. Brauereien nennen den Wert auf dem Etikett, und er hängt vom Sud ab. Der Vergleichsstil Wiener Lager liegt bei etwa 4,7 bis 5,5 Prozent.
Worin unterscheidet sich Rotbier vom bayerischen Braunbier, das es seit etwa 1905 verdrängte? Das Braunbier kam aus dem bayerischen Brauwesen, das Rotbier war das ältere, eigenständige Nürnberger Bier mit eigenen Braugesetzen. Eine scharfe Stilgrenze zieht niemand, und eine Rezeptur für beide gibt es nicht.
Die Erinnerung an Fürth reicht noch weiter: Zur alten Brauerei Grüner gehörten das Helle und das Exportbier Königstrunk. Die Brauerei selbst ist Geschichte, die Marke Grüner aber lebt weiter: Sie wird seit 2011 von Tucher in Nürnberg nach dem Originalrezept aus den Büchern der früheren Grüner-Brauerei gebraut. Ob das Bier von heute dem von damals ähnelt, lässt sich im Glas nur ahnen, denn Wasser, Technik und Geschmack haben sich seither verändert.
Rotbier (Vergleich: Wiener Lager)untergärig
- Stammwürze
- 11,9–13,6 °P
- Alkohol
- 4,7–5,5 % vol
- Bittere
- 18–30 IBU
- Farbe
- 18–30 EBC
Kupferrot, Malz vorn. Werte des Vergleichsstils Wiener Lager, Rotbier hat keine Norm.