
Revierpils
Bierstile
Das Leitbier des Ruhrgebiets ist das deutsche Pils. Pilsner nennt man ein helles, untergäriges Bier mit deutlicher Hopfenbittere. Das König Pilsener aus Duisburg trägt es sogar im Namen. Der Name kommt von Pilsen in Böhmen, wo 1842 der bayerische Brauer Josef Groll das erste Mal so braute. Im Revier, von Bochum bis Duisburg-Beeck, wurde daraus das Alltagsbier, das man nach der Arbeit bestellt.
Wodurch unterscheidet sich Pils von Export? Das Dortmunder Export, die Spezialität der Nachbarstadt, ist kräftiger. Es hat mehr Stammwürze, also mehr gelösten Stoff in der Würze vor der Gärung, und schmeckt malziger und weicher. Das Pils ist schlanker, trockener und bitterer. Weil Dortmund eine eigene Region hat, bleibt es hier bei diesem Vergleich.
Im Rheinland nebenan trinkt man obergärige Biere: Kölsch in Köln und Altbier in Düsseldorf. Beide stammen aus der Welt der Obergärung, mit mehr Frucht. Im Revier ist das anders, hier gilt das untergärige Pils als das Maß der Dinge, und alles, was sonst ausgeschenkt wird, versteht sich als Beigabe.
Neben dem klassischen Pils gibt es heute auch Kellerbier, Weizen und Craft-Biere aus kleinen Hausbrauereien. Sie sind eine junge Ergänzung, prägen aber das Bild des Reviers noch nicht. Wer wissen will, wie das Ruhrgebiet schmeckt, bestellt ein Pils vom Fass oder aus der Flasche.
Die Steckbrief-Spanne stammt aus dem Wettbewerbsleitfaden BJCP von 2021. Einzelne Biere können außerhalb liegen, die Werte auf dem Etikett sind verbindlicher.
Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–12,4 °P
- Alkohol
- 4,4–5,2 % vol
- Bittere
- 22–40 IBU
- Farbe
- 4–8 EBC
Hell- bis goldgelb, feste Schaumkrone, deutliche Hopfenbittere, trockener, sauberer Abgang.