
Tulpe und Zapfhahn
Verkosten
Wie schmeckt ein Pils aus dem Ruhrgebiet? Zuerst riecht man frisches Brot und leichten Hopfen, dann kommt die Bittere, die klar und trocken nachhält. Ein Revierpils schmeckt nicht süß, nicht fruchtig und nicht schwer, sondern eher geradeaus. So trinkt man es an einem warmen Abend vor der Trinkhalle.
Als Beispiele eignen sich drei Brauereien aus drei Städten. Das Stauder Premium Pils aus Essen steht für ein klassisches Revierpils. Das Pils von Moritz Fiege aus Bochum gehört zu den Familienbieren, und das König Pilsener aus Duisburg zählt zu den bekanntesten Marken der Region. Alle drei sind Beispiele für den Geschmack, keine Empfehlung.
Das passende Glas ist die Pilstulpe, schlank, mit kurzem Stiel oder ohne, oben leicht geöffnet. Die Form hält die Schaumkrone stabil und bündelt den Hopfenduft. Man spült sie vor dem Zapfen kalt aus, damit das Bier nicht sofort aufschäumt.
Die ideale Trinktemperatur liegt bei etwa 6 bis 8 Grad. Zu kalt gebracht verschließt sich das Aroma, zu warm wird die Bittere breit. Gezapft wird in mehreren Zügen: erst ein Schaumsockel, dann Auffüllen, bis die Krone fest und weiß über dem Rand steht.
Wie lange das dauert, hängt von der Anlage und dem Gerät ab. Nach dem Sprichwort braucht ein gutes Pils sieben Minuten, doch das ist nur eine Redensart, keine Regel. Wichtiger ist, dass das Glas sauber ist, denn Fettreste lassen jede Schaumkrone zusammenfallen.