
Ruhr, Karbon, Emscher
Wasser & Boden
Das Revier trägt den Namen eines Flusses. Die Ruhr fließt durch Hagen, Witten, Essen und Mülheim, und aus ihrem Einzugsgebiet wird bis heute Trinkwasser für Millionen Menschen gewonnen. Wer in Essen, Bochum oder Duisburg ein Pils zapft, trinkt also Bier aus einer Region, die ihr Wasser seit Langem sorgfältig verwaltet.
Unter der Stadt liegt der Grund für die Industrie. Die Steinkohle stammt aus dem Karbon und ist rund 300 Millionen Jahre alt. Im Süden tritt sie nahe an die Oberfläche, nach Norden liegen immer dickere Deckschichten aus Kreidemergel darüber. Deshalb wanderten die Zechen im Lauf der Zeit nach Norden.
Der Bergbau hat das Wasser des Reviers verändert. Der Boden sank, und die Emscher, über Jahrzehnte als offener Abwasserlauf genutzt, wurde in einem Jahrhundertprojekt umgebaut. Bis heute pumpt man Grubenwasser aus den stillgelegten Zechen ab, damit es nicht ins Grundwasser steigt.
Wie hart das Brauwasser der einzelnen Brauereien ist, sagen am besten deren Datenblätter. Verlässliche gemeinsame Messwerte für das Ruhrgebiet gibt es nicht. König nennt für sein Pilsener nach Angaben der Brauerei mineralhaltiges Wasser aus dem Naturpark Hohe Mark im nördlichen Münsterland. Fast alle Brauereien bereiten ihr Wasser heute auf, also enthärten es oder stellen es mit Salzen ein.
Pils schmeckt besser mit weichem Wasser, denn harte Karbonate machen die Bittere stumpf und rau. In der Stadt gab es früher selten kühle Keller im Fels, weshalb Kältemaschinen und später Stahltanks das Lagern ermöglichten. Heute ruht das Bier bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.