
Pils im Glas
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Wie schmeckt ein Pils von der Saar? Hell, trocken und mit einer klaren Bittere im Abgang. Das Karlsberg Ur-Pils ist dafür ein bekanntes Beispiel. Es zeigt, wie ein Alltagspils schmeckt, wenn die Brauerei auf Frische und Trinkigkeit setzt und nicht auf Aromenvielfalt.
Ein zweites Beispiel ist die Falkensteiner Ur-Weisse der Brauerei Bischoff aus Winnweiler. Sie ist trüb, schmeckt nach reifer Banane und Nelke und hat einen cremigen Schaum. Wer beide nacheinander probiert, schmeckt den Unterschied von untergärig und obergärig sofort.
Aus Pirmasens kommt die Parkbrauerei, die nach eigenen Angaben seit 1888 braut. Wer will, kann dort ein weiteres Pils der Region probieren und es mit dem Karlsberger vergleichen. Dann fällt auf, wie fein sich Pilsbiere bei Bittere und Körper unterscheiden, obwohl sie nach derselben Stilnorm gebraut sind.
Als Glas dient beim Pils die Tulpe oder die Pilstulpe, ein schlankes Glas mit leicht geschwungenem Rand, das den Schaum hält. Das Weißbier trinkt man im hohen Weizenglas, in dem die Hefe wirbelt und der Schaum Platz hat. Pils gehört kalt und Weißbier etwas weniger kalt ins Glas, denn zu viel Kälte verdeckt Aromen.
Zum Zapfen gehört Geduld. Ein Pils wird in mehreren Zügen gezapft, sodass die Schaumkrone fest und feinporig steht. Die oft genannte Zahl von sieben Minuten ist nur eine Redensart, es gibt dafür keine Norm. Wichtig sind ein sauberes Glas, kaltes Bier und ruhiges Einschenken.