
Börde und Mälzerei
Malz & Getreide
Fruchtbare Erde macht aus Sachsen-Anhalt ein Ackerland. Die Magdeburger Börde liegt auf Löss, einem sehr feinen, fruchtbaren Boden, auf dem Weizen, Gerste und Zuckerrüben wachsen. Das Getreide für Bier ist also vor der Haustür, auch wenn nicht jedes Korn in einer Brauerei der Region landet. Braugerste muss viel Stärke und wenig Eiweiß enthalten, damit das Bier später klar bleibt.
Aus Gerste wird Malz, indem man sie in Wasser einweicht und keimen lässt. Dann stoppt man das Wachstum durch Trocknen und Erhitzen auf der Darre, einem beheizten Trockenraum. Je heißer die Darre, desto dunkler wird das Malz und desto mehr Röstaroma bringt es. Helles Pilsner Malz bleibt dagegen blass und schmeckt nach Keks.
In Landsberg bei Halle gründete 1871 eine Malzfabrik. Aus ihr ging später die Brauerei hervor, die 1997 ihr erstes Bier abfüllte. Nach Berichten werden Malzfabrik und Brauerei seit 2026 nicht weitergeführt. Die Geschichte zeigt, wie eng Mälzerei und Brauerei hier verbunden waren und wie dünn dieser Zweig geworden ist.
Die Gose verlangt ein anderes Getreide. Sie ist ein Weizenbier mit einem Anteil Gerstenmalz, deshalb schmeckt sie weicher und brotiger als ein Pils. Der Weizen sorgt auch für die leichte Trübung, die hier ganz normal ist. Weizenmalz bringt zudem mehr Eiweiß mit, das dem Bier Fülle und einen stabilen Schaum gibt.
Und das Pils der Region? Es besteht wie überall in Deutschland aus reinem Gerstenmalz. Für untergärige Biere erlaubt das deutsche Biergesetz nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser.