
Brotzeit und Schäufele
Essen & Bierkultur
Zu Spalt gehört die fränkische Wirtshausküche. Eine Brotzeit mit Bratwurst, Presssack und kräftigem Bauernbrot passt zum Helles, weil das Malz die Würze trägt und die Kohlensäure das Fett löst. Ein knuspriges Schäufele, die Schweineschulter mit Kloß, verträgt dunkleres Bier oder ein kräftiges Weißbier.
Warum passt Bier zu so deftiger Kost? Der Hopfen bringt Bittere, die dem Fett Gegengewicht gibt. Die Kohlensäure reinigt den Gaumen zwischen den Bissen. Und Malz greift die Röstaromen vom Braten auf.
Mit den Bieren der Stadtbrauerei bleibt der Hopfen im Ort. Das Spalter Hopfenland hat eine eigene Bierkönigin, die die Stadt vertritt. Wer die Hopfengärten sehen will, findet sie auf Wegen rund um Spalt, meist gut im Spätsommer, wenn die Gerüste voll belaubt sind.
Üblich ist in Franken das Seidla, ein halber Liter, am Wochenende auch gern die Maß. Auf dem Land trifft man sich im Gasthaus oder bei der Kirchweih, der Kerwa. Nach dem Wandern am Altmühlsee oder Brombachsee kehrt man gern ein.
Auch das Bierjahr hat seine Rhythmen. Im Frühjahr kommen die Bockbiere, die Spalt als Bockl in hell und dunkel braut, im Winter das Winterbier, im Sommer das Helles. Im September, wenn die Ernte läuft, zählt der frische Hopfen. Wie viel wo getrunken wird, richtet sich nach Jahreszeit und Anlass, und niemand muss etwas trinken, was ihm nicht schmeckt. Zu Hause lohnt sich der Vergleich mit anderen Hopfensorten.