
Spalter Aromahopfen
Hopfen
Spalt gehört zu den kleinen deutschen Hopfenregionen. Nach Angaben der Region bewirtschaften Familienbetriebe etwa 350 Hektar. Ganz Deutschland baute 2025 auf 18.962 Hektar an, Spalt ist also ein Bruchteil davon. Dafür steht der Name für Feinheit statt für Menge, und viele Brauer in aller Welt suchen genau diesen milden, edlen Charakter, wenn sie ein klassisches Lagerbier brauen wollen.
Der Spalter ist eine alte Landsorte aus dem Saazer Formenkreis, benannt nach dem tschechischen Žatec, wo seit Langem Edelaromahopfen wächst. Seine Alphasäure, der Stoff, der Bittere bringt, liegt bei 2,5 bis 5,5 Prozent. Das ist wenig. Er soll deshalb nicht in erster Linie bitter machen, sondern duften: blumig, fruchtig, würzig.
Dazu kommt der Spalter Select, eine Züchtung des Hopfenforschungszentrums Hüll, als Sorte 1993 eingetragen. Er ist robuster und ertragreicher, im Aroma würzig-blumig mit kräutrigen Noten, mit 3 bis 6,5 Prozent Alphasäure noch immer mild. Er gilt als klassischer Hopfen für Lagerbiere und Pils.
Die Ernte fällt zwischen Ende August und Mitte September. Die Dolden werden gepflückt, getrocknet, gepresst und gekühlt oder zu Pellets verarbeitet. Das Hersbrucker Gebirge, ein Stück weiter nördlich, hat mit dem Hersbrucker Spät eine eigene Sorte, aber keinen EU-Herkunftsschutz. Spalt Spalter ist dagegen als g.U. geschützt.
Bittere und Aroma entstehen zu verschiedenen Zeitpunkten. Wer früh im Sud hopft, holt Bittere heraus, wer spät hopft, rettet die flüchtigen Aromaöle. Aromahopfen wie der Spalter kommt eher spät dazu, damit sein Duft nicht im Sudkessel verdampft, sondern im fertigen Bier ankommt, wo man ihn später riechen kann.