
Tettnang am Bodensee
Hopfen
Der Hopfen für Stuttgarter Pils wächst zu einem guten Teil im eigenen Land, nämlich in Tettnang, im Hinterland des Bodensees. Das Anbaugebiet liegt in Württemberg und gehört zu den vier großen Hopfenregionen Deutschlands. Tettnanger Hopfen trägt seit 2010 die geschützte geografische Angabe, kurz g.g.A.
Zum Vergleich: Die Hallertau in Bayern hat rund 17.129 Hektar und damit etwa 83 Prozent der deutschen Hopfenfläche von 18.962 Hektar. Tettnang ist viel kleiner. Für die Ernte 2025 wird dort mit 2.598 Tonnen gerechnet, eine Schätzung aus der Branche, die nur als Größenordnung dienen soll. Eine Hektarzahl liegt hier nicht belegt vor.
Die namensgebende Sorte heißt Tettnanger. Sie gilt als feiner Aromahopfen, das heißt, sie bringt eher Blume und Kräuter ins Bier als Bittere. Dinkelacker nennt für sein CD-Pils nach eigenen Angaben Tettnanger Hopfen, dem es die florale Note verdanke.
Dabei unterscheidet man zwei Aufgaben. Bitterhopfen kommt früh in die Würzepfanne und liefert die Bittere, Aromahopfen kommt spät und liefert den Duft. Ein Pils braucht beides: einen sauberen Bittereindruck, der nicht lang nachbrennt, und darüber etwas Blume. Hopfen wirkt außerdem konservierend, er hält das Bier länger frisch.
Im Stuttgarter Kessel selbst wächst kein Hopfen, dort dominiert der Wein. Die Dolden, so heißen die kleinen grünen Zapfen, reisen aus Tettnang in die Stadt und werden meist als Pellets verarbeitet, also zu Presslingen verdichtet, die sich besser lagern lassen.