
Zipfel, Kiliani, Keller
Essen & Bierkultur
Was isst man in Würzburg zum Bier? Am bekanntesten sind die Blauen Zipfel, Bratwürste, die in einem Sud aus Essig, Zwiebeln und Gewürzen garen und mit Brot auf den Teller kommen. Man isst sie vor allem im Sommer und im warmen Herbst, zu frisch gezapftem Bier oder zu einem Glas Silvaner. Der Essig im Sud verträgt sich gut mit einem schlanken Hellen, weil das Bier den Gaumen wieder abkühlt.
Auch Zwiebelkuchen, gebratenes Geflügel und Wild stehen dort auf der Karte, wo das Kiliani-Festbier fließt. Das Kiliani-Volksfest gilt als das größte Volksfest in Unterfranken und findet auf dem Festplatz an der Talavera statt. Das Festbier gibt es nach Angaben der Brauerei nur 17 Tage im Jahr.
Wirtshauskultur gibt es in der Stadt vom Weinlokal bis zum Brauhaus. Der Würzburger Hofbräukeller zählt zu den Häusern, die Bier und fränkische Küche zusammenbringen. Im Bürgerspital und in den Weinstuben dagegen steht der Wein im Mittelpunkt, geschenkt in der flachen Flasche, die man hier als Bocksbeutel kennt.
So treffen in Würzburg zwei Trinkkulturen aufeinander, die sich nicht ausschließen. Das Bier steht für den Alltag und die Brotzeit, der Wein für die Stube und das Festessen. Man bestellt in der Regel den halben Liter, und wer sich unsicher ist, fragt einfach, was die Wirtin heute empfiehlt. Gerade im Sommer sitzt man draußen unter Kastanien, und die Gläser kommen zügig, weil im Schankbetrieb jede Minute zählt.