
Zoigl und Kellerbier
Bierstile
Gehört Zoigl zu den Kellerbieren? Er ist ihnen verwandt, aber kein Stil im strengen Sinn. Der Begriff „Zoigl“ beschreibt eine Herkunft und eine Brauweise, keine Rezeptur mit Zahlen. Eine eigene Stilnorm, etwa im Wettbewerbsleitfaden BJCP, gibt es für ihn nicht.
Was Zoigl vom Kellerbier unterscheidet, ist der Weg zum Glas. Kellerbier ist ein ungefiltertes, im Keller gereiftes Bier, das viele Brauereien in Franken und Bayern anbieten. Zoigl dagegen braut die Gemeinschaft, und gegoren wird bei den Rechtlern.
Bierportale geben für Zoigl meist einen Alkoholgehalt von etwa 4,5 bis 5,5 Prozent Volumen an und eine Stammwürze von etwa 11 bis 14 Prozent. Die Stammwürze ist der Gehalt an gelösten Stoffen in der Würze vor der Gärung und sagt, wie kräftig das Bier wird. Das sind Erfahrungswerte, keine Norm.
Als Vergleich zeigt der Steckbrief zwei benachbarte Stile aus dem BJCP-Katalog: das helle, milde Helles und das kräftigere Märzen. Der Zoigl liegt je nach Haus dazwischen. Die Angaben gelten für die Vergleichsstile, nicht für den Zoigl selbst.
Und was ist mit Zwickelbier? Beide sind naturtrüb und kohlensäurearm, doch „Zwickel“ nennt man ursprünglich die Probe, die der Brauer am Zwickelhahn aus dem Lagertank zieht. Das ist Brauereisprache und kein Rezept. Beim Zoigl dagegen sagt der Name, wo und wie das Bier entstanden ist, und nicht, wie es gebraut sein muss.
Mit einem Pils hat Zoigl wenig zu tun. Es fehlt die deutliche Bittere, und das Bier ist weicher und malziger.
Helles (Vergleichsstil)untergärig
- Stammwürze
- 11–11,9 °P
- Alkohol
- 4,7–5,4 % vol
- Bittere
- 16–22 IBU
- Farbe
- 6–10 EBC
Goldgelb, malzig, wenig Bittere, kaum Hopfenduft.