
Koduõlu, Baltic Porter
Bierstile
Was ist Koduõlu? Es ist ein obergäriges, ungekochtes Bauernbier der estnischen Inseln, blass bis bräunlich und fast immer trüb. Es duftet nach Wacholder und Banane, schmeckt weich und leicht süßlich und perlt kaum. Es ähnelt dem finnischen Sahti, ist aber leichter.
Für Koduõlu gibt es keine Stilnorm mit festen Zahlen, deshalb steht es nicht im Steckbrief unten. Garshols Auswertung alter Berichte nennt etwa 5 bis 7,4 Prozent Alkohol, meist am oberen Rand, bei einer Stammwürze, die nach der Ausgangsdichte von 1,060 bis 1,066 etwa 15 bis 16 Grad Plato entspricht. Diese Werte beschreiben Hofbiere von früher, nicht jedes Bier, das heute so heißt.
Auf dem Festland ist der zweite Leitstil ein Baltic Porter. Er entstand im Ostseeraum und ist dunkel, kräftig und rund. Gemeint ist ein Bier mit Röstaromen von Kaffee und Schokolade, das trotz seiner Stärke nicht scharf wirkt. Es ist mit dem englischen Porter verwandt, wird im Ostseeraum aber häufig untergärig gebraut.
Der bekannteste estnische Vertreter ist Öö von Põhjala. Die Brauerei nennt es Imperial Baltic Porter, mit 10,5 Prozent Alkohol, und beschreibt es als pechschwarz mit Noten von Espresso und Toffee. Öö erschien Anfang 2013 und war das erste Bier der Brauerei. Es liegt damit über der BJCP-Spanne des Stils, ein Imperial-Porter ist eben die stärkere Spielart.
Der Unterschied zwischen beiden Stilen liegt in Farbe, Stärke und Handwerk. Koduõlu entsteht ohne Kochen und ohne Röstmalz, ein Baltic Porter braucht Kochung, Röstmalz und Zeit zum Reifen. Das eine ist ein Bier aus der Küche, das andere ein Bier aus der Brauhalle.
Baltic Porteruntergärig
- Stammwürze
- 14,7–21,6 °P
- Alkohol
- 6,5–9,5 % vol
- Bittere
- 20–40 IBU
- Farbe
- 33–59 EBC
Fast schwarz, Röstnoten, dunkle Frucht, weich und rund trotz Stärke.