
Flammkuchen und Choucroute
Essen & Bierkultur
Was isst man im Elsass zum Bier? Der Klassiker ist der Flammkuchen, im Dialekt Flammekueche: ein hauchdünner Fladen mit Crème fraîche, Zwiebeln und Speckstreifen. Das kühle Lager schneidet das Fett und die Sahne, und die zarte Hopfennote bleibt dabei erhalten.
Auch die Choucroute garnie hat im Glas ihren Platz. Das ist Sauerkraut mit Würsten und Schweinefleisch, ein deftiges Gericht, bei dem ein frisches Lager Säure und Salz ausgleicht. Im Elsass steht dazu oft auch Wein auf dem Tisch, beides gehört zur Küche.
Der Baeckeoffe ist ein Eintopf aus Kartoffeln und Fleisch, der langsam im Ofen gart; der Wein steckt im Topf, das Bier steht daneben im Glas. Zum kräftigen Munster, einem Käse mit gewaschener Rinde aus den Vogesen, passt eine Bretzel und ein Lager, das nicht zu bitter ist.
Das Wort Brasserie bedeutet zugleich Brauerei und ein Lokal mit durchgehender Küche. In Straßburg, in Schiltigheim und in den Dörfern der Weinstraße teilen sich Brasserien und Winstubs die Gäste: Wein bei der einen, Fassbier bei der anderen.
Getrunken wird meist das Demi, später vielleicht eine Pinte; mit „Santé“ stößt man an. Ein Fest, das nur hier gefeiert wird, gibt es für Bier nicht, aber ein Tisch mit Flammkuchen und frischem Fassbier ist im Elsass fast überall zu haben. Wer langsam trinkt und dazu isst, schmeckt am Ende mehr als jemand, der nur das Glas leert, und das gilt für ein Demi wie für eine Pinte.